Reales Leben, realistische Bibliothek.

SZENTE Ferenc

Philosophische Meditation zur Rolle der Information, des Informierens und der Bibliotheken im menschlichen Leben. (S. 187-190)

Doktordissertationen zu Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Ungarn.

BALÁZS János

In Ungarn wurde mit der Universitätsausbildung von Bibliothekaren 1948 begonnen (zwei Fächer, fünf Studienjahre). In der Periode zwischen den 1948/49 und 1989/90 akademischen Jahren haben 2450 Studenten ihr Diplom erworben (während Tages-, Abends-, Fern- und Zusatzstudium),und nur 5,5% von ihnen, d.h. 135 Studenten haben die Doktorprüfung abgelegt. Die Analyse der Doktorarbeiten hat sich auf die folgenden Aspekte erstreckt: die Verteilung der Doktoranden nach Geschlecht; Alter; die seit dem Diplom vergangene Zeit; die Verbindung der Themen von Diplomarbeit und Dissertation; und – hauptsächlich – zu welchen Themen es Doktorarbeiten gibt. Die Ergebnisse sind zum Teil durch übersichtliche Tabellen, zum Teil durch damit verbundene Analysen dargelegt. Es wurde folgendes festgestellt: mehr Frauen als Männer haben die Doktorprüfung abgelegt; die Verteilung der Doktoranden nach Alter zeigt eine starke Streuung; im allgemeinen doktorieren die meisten in 10 Jahren nach dem Diplom. Annähernd die Hälfte der Dissertationen ist zum Thema Geschichte geschrieben worden, neuerlich ist eine Zunahme in der Nummer der Dissertationen zu EDV-Anwendung und Bibliothekspolitik, zur Theorie der Klassifikation und Katalogisierung zu bemerken. Etwa ein Drittel der Doktoranden hat beim Thema seiner Diplomarbeit geblieben. Der Verfasser schlägt die Erschliessung des Inhalts der Dissertationen (z.B. als Referate) vor. (S. 191-205)

Entwicklung der Ausbildung von Informationsfachleuten und Bibliothekaren. Gemeinsames Forschungsprojekt von Deutschland, Holland und Ungarn mit der Unterstützung von TEMPUS.

SZEPESVÁRY Tamás

Das TEMPUS Programm, das 1989 von der Europäischen Gemeinschaft ausgeschrieben wurde, hat es unter anderem vor, die Hochschulausbildung in der Zentral- und Osteuropäischen Region mit professionellen und finanziellen Mitteln zu unterstützen. Der Lehrstuhl für Bibliothekswissenschaft der Budapester Loránd Eötvös Universität hat einen Bewerbungsentwurf mit der Hilfe von Peter Blumendorf und Andreas Nowak (leitende Mitarbeiter der Fachhochschule Hannover) zusammengestellt. Die wichtigsten Elemente der gemeinsamen Forschung sind die folgenden: Modernisierung der Ausbildung, Entwicklung der Lehrgegenstände, Ausarbeitung gemeinsamer Lehrpläne. Später hat sich dem Programm die Rijkshogeschool IJselland (Holland) angeschlossen. Diese Schule wird ihre Erfahrungen im Unterricht von Business-Information mit den anderen Teilnehmern teilen. Im Rahmen eines Austausches werden einige ungarische und holländische Studenten drei Monate als Praxis an der Fachhochschule des anderen Landes verbringen. Ein wichtiges Element des Programms ist es, dass der Budapester Lehrstuhl die Computer DEC PDP 11/44 der Fachhochschule Hannover erhalten wird, um seine Infrastruktur entwickeln zu können. (S. 206-209)

Die Bibliotheken der Lehrerbildungshochschulen im Spiegel der Richtlinien zur Arbeit von Hochschulbibliotheken.

TÓTH Gyula-TÓTHNÉ KIRÁLY Katalin

Diese Studie ist als Teil eines Forschungsprojektes “Das Bibliotheksmodell und Kooperation von Lehrerbildungshochschulen” geschrieben worden, das mit der Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Ausbildung im Gange ist. Sie stellt zur bibliothekspolitischen Rolle der Richtlinien fest, dass ihnen ein Modellwert gehört, sie fördern lokale Entscheidungen, und können auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Während der Forschung ist die Lage von 22 Bildungsstätten (für Lehrer und Kindergärtnerinnen) erhoben, und mit den Richtlinien zur Arbeit von Hochschulbibliotheken zusammengesetzt worden. Obwohl es während der fünf Jahre der Analyse eine Verbesserung zu bemerken war, ist das Bild als Ganzes ziemlich heterogen. Die meisten Bibliotheken der Lehrerbildungshochschulen sind von den, im internationalen Vergleich sehr bescheidenen Normen zurückgeblieben. Das niedrige Niveau der Hochschulbibliotheken kann bei der Entwicklung der Hochschulausbildung (in unserem Falle: der Lehrerausbildung) hinderlich sein. Zum Schluss zeigt die Studie auf einige Lehren der Modellausarbeitung hin. (S. 210-218)

Micro-ISIS oder TEXTAR?

BAKONYI Géza – KOKAS Károly

In Ungarn haben sich in den letzten Jahren zwei Software-Pakete für Mikrorechner verbreitet: das von Unesco entwickelte Micro-ISIS und das in Ungarn entwickelte TEXTAR. Die zwei Pakete sind zu verschiedenen Zwecken entwickelt worden, so ist es nicht richtig, sie entgegenzustellen. TEXTAR kann als ein integriertes System für kleinere Bibliotheken (mit einem Bestand unter 100,000 Bände) dienen. Micro-ISIS aber ist ein generelles, textliches Datenbank-Verwaltungssoftware, das ausgezeichnet von Bibliotheken benutzt werden kann. Welches auch immer der Benutzer wählt, darf er nicht seine reale Funktion vergessen: sie sind nicht dazu berufen, die integrierten Systeme von Grossbibliotheken zu ersetzen, aber sind in der Zeit finanzieller Abkürzungen zur Vorbereitung der EDV-Anwendung, zur Weiterentwicklung der EDV-Kultur, zum Beginnen des Dateneingabe ausgezeichnet geeignet. (S. 219-224)

Videotex und seine Anwendung in Ungarn. Rundschau.

KOVÁCS Katalin

In der ersten Hälfte der Rundschau werden das Konzept, die Technik des Videotex, die Elemente der Videotex-Dienstleistungen, die Struktur der Videotex-Systeme, die Probleme der Anzeige, und die grundlegenden Dienstleistungen von Videotex-Systemen zusammengefasst. Im zweiten Teil handelt es sich um ungarische Videotex-Systeme (IPCOM, STADAT), und den jetzt verbreiteten öffentlichen Videotex-Dienst (Magyar Videotex). Einige ungarische Bibliotheken haben sich schon entweder IPCOM oder STADAT, oder Magyar Videotex angeschlossen, aber kein System ist populär geworden. Um Videotex in einem weiteren Kreis verbreiten zu können, sollen sich noch mehrere Faktoren günstig entwickeln (z.B. die Telefonversorgung, der Preis der Terminale, verkaufbare Informationen, Manager-Spezialisten für den Netzausbau, geeignete Propaganda und Lehrgänge zur Popularisierung usw.). (S. 225-240)

Videotex in öffentlichen Bibliotheken.

NAGY Ferenc

Seit der zweiten Hälfte 1990 konnten sich Institutionen dem öffentlichen, experimentalen System der Ungarischen Gesellschaft für Telekommunikation, dem Magyar Videotex unentgeltlich anschliessen. Die Bibliothek und Informationsdienst zu Budakeszi (wo der Verfasser tätig ist) war eine der ersten, die sich angeschlossen haben. Die Bibliothek ist, mit der Hilfe der örtlichen Selbstverwaltung zur Redaktion der gedruckten und elektronischen Presse in der Gemeinde geworden. Es ist das primäre Ziel der Bibliothek und Informationsdienst zu Budakeszi, örtliche, allgemeinnützliche Informationen anzubieten. Zur Planung des kommunalen Informationssystems hat das Portcullis System zu Gates Head (England) als Modell gedient. (S. 247-250)