Über die Zukunft von Öffentlichen Bibliotheken

SKALICZKI Judit

Wenn man ein Zukunftsbild zeichnet, hat man zwei Ziele: einerseits die Institutionen dafür vorzubereiten, welche Aufgaben sie lösen müssen, welche strukturelle Änderungen sie verwirklichen müssen; andererseits, bei einem Zukunftsbild gibt es die Möglichkeit, optimale Ideen aufzuzeichnen. Obwohl sich unsere Umwelt stets verändert, gibt es solche
Faktoren, mit deren Analyse das Bibliothekswesen der Zukunft aufzuzeichnen ist. Die Zukunft der Bibliotheken wird von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und technologischen Faktoren gleichermassen determiniert. Daneben sind auch die Trends im Bereich der Bibliotheken und der Information in Betracht zu ziehen (z.B. die Tätigkeit nach einheitlichen Normen, die Geltung der Annäherung “Wert für das Geld zu Geben”, Verbreitung des Prinzips, statt Materialien Information anzubieten usw.). Die Verfasserin führt ausländische Beispiele auf, um optimistische und pessimistische Ansichten über die Zukunft von Öffentlichen Bibliotheken vorzuzeigen. Die Zukunft der Bibliotheken mit den Augen des Soziologen. Gegenwart ohne Selbstvertrauen?

NAGY Attila

Laut einer Erhebung in den 90-er Jahren wird das Zukunftsbild von Bibliothekaren vom Pessimismus, vom Mangel an Selbstkenntnis und Selbstvertrauen charakterisiert. Ihr Zukunftsbild enthält die Verlängerung der gegenwärtigen Verhältnisse, das Projizieren ihrer Kenntnisse oder deren Mangel. Da die Bibliothek eine wichtige Institution der Mittelklasse ist, steht hinter dem schwachen Selbstvertrauen der Bibliothekare die ungenügende Gestaltung der ungarischen Mittelklasse. Die Bibliothekare werden in so einem Masse wichtig werden, soviel die Entscheidungen zur Verstärkung der Mittel- und Hochschulausbildung, und der Mittelschichten getroffen werden. Die grösste “Kunde” der Bibliotheken ist die öffentliche Ausbildung, vor allem die Hochschulausbildung. Das Niveau der Ausbildung hängt aber mit der Effizienz der bibliothekarischen Dienstleistungen zusammen. Die International Association for the Evaluation of Educational Achievement hat die Lesefähigkeiten von 9-14-jährigen im Ausbildungssystem von 32 Ländern untersucht. Aufgrund einiger objektiven Faktoren (Volkseinkommen, Durchschnittsalter, die Zahl der bibliothekarischen Einheiten pro Einwohner, das Gehalt der Pädagogen, der Anteil der Ausbildung am Etat) wurden die zu erwartenden Ergebnisse abgeschätzt. Ungarische Kinder lesen wesentlich besser, als es laut der objektiven Umständen vorherzusagen war. Ihre Lesefähigkeit wurde von der Zahl der bibliothekarischen Stellen und der obligatorischen Schulklassen stark beeinflusst. Bibliothekare können auf sich stolz sein. Im Zukunftsbild muss man es auch beachten, dass die Verstärkung des kulturellen und Ausbildungsgebiets, und als Folge, die Erhöhung der Benutzung der Bibliotheken zum Anschliessen an Europa unentbehrlich sein wird.

Die Raumbedürfnisse der Universitätsbibliotheken

URBÁN László

Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Ausbildung hat eine Gruppe von Spezialisten die Unterbringung der Bibliotheken in den 18 wichtigsten ungarischen Universitäten analysiert. Ziel der Untersuchung war es, den Ausmass und Reihenfolge der gewünschten Entwicklungen zu bestimmen. Als primäre Qualifikationsbasis wurde ,die Korrelation zwischen der Zahl der Studenten und der Grösse der Bibliothek betrachtet, aber Modifizierungsfaktoren (z.B. historische Bestände, ausseruniversitäre Funktionen; Gemeindetyp usw.) wurden auch berücksichtigt. Aufgrund der Studie wurden Planentwürfe gemacht, um die neuen Bauorte anzuweisen und die Kosten zu planen.

Ungarische Hochschulausbildung und die Unterstützung der Weltbank

ALLISON, Christine

Die Spezialisten der Weltbank legen einen grossen Wert darauf, die Hochschulausbildungssysterne der Ost- und Mitteleuropäischen Ländern zu unterstützen: Ziel der Entwicklungen ist es, die Struktur der Ausbildung, den Lehrstoff und die Lehrpläne zu modernisieren, und die Zahl der Studenten zu erhöhen. 1990 hat die ungarische Regierung das Programm “Humane Kraftquellen in Ungarn” für die Weltbank vorbereitet, in dem sie um Hilfe zur Entwicklung des ungarischen Hochschulausbildungssystems gebeten hat. Im Programm der Entwicklung vom Hochschulausbildungssystem in Ungarn hat auch die Unterstützung der japanischen Regierung eine Rolle gespielt. Da die Unterstützung vom Charakter eines Kredits ist, soll Ungarn sie zur Entwicklung solcher Gebiete benutzen, die in absehbarer Zeit Nutzen bringen und die Rückzahlung des Kredits ermöglichen. Wegen der heutigen wirtschaftlichen Lage wird sich die zentrale Unterstützung zu diesem Zweck mindern, doch kann die Lage durch die Einhebung vom Lehrgeld, und durch neue Lastentragungsstrukturen, durch die Erhöhung der institutionellen Selbständigkeit verbessert werden.

Zusammenfassender Bericht des “Programms Lehrbücher und Hochschulbibliotheken (THEL) – Ungarn – Unterprojekt Bibliotheken”

NEAL, James G.

Das THEL Programm – ein Entwicklungsplan mit der Unterstützung der Weltbank – hat vor allem das Ziel, das ungarische Hochschulausbildungssystem umzugestalten und zu entwickeln. Dieses Programm wird die Integration von Institutionen, eine mehr intensive Zusammenarbeit, die Erhöhung der Studentenzahl, die Erneuerung der Lehrpläne und der Lehrbücher, die Entwicklung eines neuen Lenkungs- und finanziellen Modells mit sich bringen. Das THEL Programm konzentriert auf vier Gebiete: a) Erwerbung, Bestandsentwicklung; b) Bibliotheksautomatisierung, der Aufbau von Datenbanken; c) Bibliotheksmanagement; d) Weiterbildung des Personals. Der Bericht zeigt den Hintergrund des Pro-, gramms, führt die Ziele und den Terminplan der Entwicklung von einigen strategischen Gebieten vor, und legt auch den Plan des Etats bei.

Bestandsentwicklung in ungarischen Hochschulbibliotheken. Die Möglichkeit der Bestandabewertung rrrit der . ConspectusMethode)

DÖMÖTÖR Lajosné

Teil des Unterprojekts Bibliotheken, im THEL Programm hat sich mit der Untersuchung der internationalen Methoden für Bestandsbewertung beschäftigt, und Vorschläge zur Adap tierung von einer von ihnen für die ungarischen VerhäÍtnisse gemacht. Laut den Spezialisten ist die vom Research Libraries Group entwickelte Conspectus-Methode für Ungarn am geeignetesten. Sie. ist in den USA und Kanada. wet verbreitet, und hat auch in Europa an Boden gewonnen. Der Vorteil dieser Methode ist es, dass sie die schwachen und starken Punkte der Bestände zeigt, der Erwerbung und der Fernleihe hilf. Die Bewertung erfolgt aufgrund Arbeitsformulare mit den folgenden Rubriken: Fachgebiet, Niveau des Bestandes, Sprache. Ziel der Bestandsbewertung in Ungarn ist es, das Sammelniveau der Hochschulbibliotheken zu erheben, die Erwerbungsprobleme zu identifizieren, die vernachlässigten Gebiete und Überlappungen zu finden, und die Entwicklung nationaler Koordination im Bestandsaufbau und -entwicklung zu unterstützen. Die Spezialisten haben auch den Terminplan für die Untersuchung in Ungarn zusammengestellt.

Information-Broker-Tätigkeiten in der Pressedatenbank der Ungarischen Presseagentur MTI

PÉTERFI Rita

MTI wurde als die sechste Presseagentur der Welt ins Leben gerufen. Heute ist sie wegen ihrer reichen Volltextdatenbank auch berühmt. Die Pressedatenbank enthält seit 1988 die von der MTI herausgegebenen Nachrichten, sowie ein faktographisches Untersystem mit Text, das Informationen zur Aussen- und Innenpolitik, Wirtschaft, Sport, Kultur usw. enthält, die aus der Presseagentur selbst oder aus anderen Quellen stammen. Eine Dokumentationsarbeit wurde in der MTI seit den 50-er Jahren durchgeführt, am Beginn im Rahmen einer Gruppe, später einer Abteilung und einer Redaktion. Die traditionelle Dokumentation basierte sich auf einem UDK-Zettelkatalog. Seitdem es die Volltextdatenbank von Nachrichten gibt, sind die traditionellen Register überflüssig geworden. Die Pressedatenbank ist allen zugänglich, aber man muss für ihre Benutzung zahlen. Die Dienstleistungen des Typs Information Broker gehören auch zu diesem Gebiet. Das bedeutet vor allem Informationsverbreitung per Telefon und auch Informationsdienstleistungen für äussere und innere Kunden. Diese Arbeit wird von den Mitarbeitern der Datenbank durchgeführt. Wenn sie die Fragen aus den eigenen Daten nicht beantworten können, nehmen sie äussere Dienstleistungen aufgrund einer Profilliste in Anspruch. Für die SIV gibt es viele Abonnenten. Eine neue Dienstleistung ist das Untersystem “Zu erwartende Ereignisse”, und das Anbieten von graphischen Daten durch Online-Verbindung.