Unkonventionelle Empfehlung zu einem Buch

RÓZSA György

Anlässlich der Wiederausgabe der im Jahre 1869 zusammengestellten Studie von Károly Szász: Unsere Öffentlichen Bibliotheken und die eine Staatsbibliothek

——————————————————————————–

Unsere Öffentlichen Bibliotheken und die eine Staatsbibliothek

SZÁSZ Károly

Im Auftrag vom Minister des Religions- und Unterrichtswesens József Eötvös schrieb der Autor 1869 drei Aufsätze über das ungarische Bibliothekswesen. Die drei bedeutendesten Bibliotheken unseres Bibliothekssystems waren damals die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften, die Universitätsbibliothek und die Museum(National)bibliothek. Die fast unabhängige voneinander Tätigkeit dieser Bibliotheken fuhr zu Inkonsequenzen und Unvollständigkeiten im Bestandsaufbau. Es wurde im Regierungsbereich aufgetaucht, dass es eine allgemeine und uninversale Bibliothek ins Leben gerufen werden soll.

Károly Szász wies dahin auf, dass die Integrierung der drei Bibliotheken in ein neues Gebäude, die einheitliche Erschließung und Aufstellung ihrer Sammlungen wegen Mangel an finanziellen Mitteln und wegen der individuellen Natur ihrer Bestände nicht verwirklicht werden kann. Es gibt keine Mittel auch dafür, dass die drei Sammlungen durch den Ersatz der Lücken der Bestände komplette Univarsalbibliotheken gemacht werden. Mit Rücksicht auf die materiellen Verhältnisse und die Eigenartigkeiten der Sammlungen kann als einzelne Lösung dienen, enge Beziehungen unter den drei Bibliotheken auszubilden, und ihren Bestandsaufbau zu koordinieren. Die Hauptaufgabe der Museum(National)bibliothek ist es, durch das Sammeln aller ungarischen und Ungarn betreffenden Dokumenten in erster Linie die ungarische Nationalbibliothek zu werden, die Aufgabe der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften ist es, durch die Bekanntmachung der ungarischen und ausländischen wissenschaftlichen Ergebnissen die heimische Wissenschaftlichkeit mit Fachliterur zu unterstützen, und die Universitätsbibliothek, mit meistuniversalem Sammelgebiet in allen Disziplinen, bietet ihre Dienstleistungen den Universitätsprofessoren und den Studenten.

Durch den koordinierten Bestandsaufbau, unter der Leitung eines Generaldirektors (zusammen mit den Direktoren der einzelnen Bibliotheken) und mit drei Pflichtexemplaren (zur Hilfe ihrer Erwerbungstätigkeit), können die drei Bibliotheken zusammen als eine staatliche Universalbibliotek funktionieren. Der Verfasser hat – ausgehend aus den Sammelgebietstraditionen – für jede Bibliothek ein gut definiertes Sammelgebiet so ausgeführt, dass sie zusammen eine allgemeine und universale Sammlung bilden können.

Untersuchung der Wahrheit der These “habent sua fata libelli” in einem Teil einer bibliothekswissenschaftlicher Sammlung

HANGODI Ágnes

Die Sondersammlung „Bibliothekswesen” der Haupstädtischen Bibliothek wurde 1904 auf Initiative des damaligen Direktors Ervin Szabó aufgestellt. Der Nachfolger des Instituts, die Ervin Szabó Haupstädtische Bibliothek hat sich vor einigen Jahren entschieden, einen ausgewählten, etwa 1500-bändigen Teil – mit buchgeschichtlicher Bedeutung – dieser Sammlung der Bibliothekswissenschaftlicher Fachbibliothek der Széchényi Nationalbibliothek zu schenken.

Im Laufe der Erschließung dieser Sammlung hat die Verfasserin die Bücher vom historischen Gesichtspunkt analisiert. Sie hat nicht nur das Inhalt der Bücher, sondern auch ihre äussere Form, ihre Einbände, Illustrationen, Aufzeichnungen und Exlibris untersucht. In einem bedeutenden Anteil der in die Hand genommenen Bände sind auch Leihscheine zurückgeblieben, deshalb kann die Autorin Folgerungen auf ihre Benutzung ziehen.

Schon die ältesten ausländischen Bücher aus den 18-19-ten Jahrhunderten haben durch ihre Neuartigkeit oder geradezu durch ihre Fehler das zeitgenössische ungarische Bibliothekswesen beeinflusst. Die Bücher, die von ausgezeichneten, oder später weitberühmt werdenden ungarischen Bibliothekaren und Forschern der Schrift-, Buch- und Bibliotheksgeschichte (z.B. Ervin Szabó, Béla Kőhalmi, László Dienes, Géza Sebestyén, Béla Hamvas, Vilmos Wessetzky, Béla Kéki, Gyula Walleshausen, Gedeon Borsa, István Papp) ausgeliehen oder geschenkt wurden, lassen sich darauf schließen, was sie damals beschäftigt hat, und bieten Erläuterung zur Gestaltung ihrer Ansichten. Die Verfasserin vergleicht die Lesestücke mit den fachliterarischen Werken der Erwähnten.

Dieser Teil der Sammlung, der über die frühe, bis auf den heutigen Tag in jeder Hinsicht nicht klargestellte Periode der Haupstädtischen Bibliothek ein Bild bietet (besonders vom Gesichtspunkt des Anwachs und der Komposition des Bestandes), hat auch interessante, bis jetzt unbekannte Hungarica-Materialien.

“Bücher den Massen!”
Die Gründung der Ortsbibliotheken des Komitats Fejér Anfang der fünfziger Jahre

KÉGLI Ferenc

Die Geschichte des Bibliothekswesens im Komitat Fejér hat im 19-ten Jahrhundert angefangen. Bis zum zweiten Weltkrieg haben sich die Sammlungen der Kleinbibliotheken mit langsamer, aber stetiger Entwicklung gestaltet, aber der bedeutende Teil dieser ist im zweiten Weltkrieg vernichtet worden. In den fünfziger Jahren infolge der Verfügung des Kultusministers, die aufgrund ausländischen Beispielen die Einführung des Kreisbibliothekssystems betrieb, haben die Bibliotheken des Komitats wieder eine rasche Entwicklung genommen. Die Kreisbibliotheken funktionierten in einem geographischen-wirtschaflichen Kreis als Versorgungsbibliotheken mit großen zentralen Beständen. Die Aufgabe der Zentralbibliothek ist es, die dann auszubildende Depotbibliotheken (Volksbibliotheken) mit Büchern zu versorgen. Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass der Depositenbestand, der zum Entleihungszweck diente, durch Zentralisierung der Bücherversorgung ständig umgetauscht wurde. Im Komitat Fejér wurde die Kreisbibliothek in Székesfehérvár 1952 eingeweiht, zu der 122 Volksbibliothek (Depositen) gehörte. Die Depositenbestände, deren Anzahl nicht mehr als 150-500 Bände betrug, wurden in schließbaren Schränken gehalten. Die Mehrheit der Bücher gehörte zu der klassischen ungarischen Prosa, zu den realistischen Romanen und zur sowjetischen Literatur. Das Hauptziel der Gründung der Volksbibliotheken war die „ideologische Entwicklung” der Bevölkerung. Die Volksbibliotheken des Komitats wurden in verschiedenen Räumen (z.B. an Bahnhöfen, in staatlichen Güten, sogar in Gefängnissen) etabliert. Nach der Auflösung der Kreisbibliotheken haben die Komitatsbibliotheken die Fachaufsicht der Volksbibliotheken zur Aufgabe bekommen. Infolge der Entwicklungen zu 1953 funktionierte eine Volksbibliothek in jeder wichtigen Gemeinde des Komitats, die später die ideologische Diktatur überlebend die Öffentliche Bibliothek der Siedlung wird.

Überlegungen zur Verordnung über die Qualifizierung der Studenten der philosophischen Wissenschaften aus bibliothekarischer Sicht

MURÁNYI Péter

Im Juli 2001 wurde die Verodnung über die Qualifizierung der Studenten der philosophischen Wissenschaften veröffentlicht, deren Einführung im akademischen Jahre 2002/2003 erfolgt. Die Hochschulen mussten bereits dieses Jahr mit der Vorbereitungen anfangen. Es ergibt sich Schwierigkeiten, weil die Anforderungen an der Qulifizierung der Lehrer, die mit der neuen Verodnung verbunden sind, noch nicht ausgearbeitet wurden. Der Verfasser gibt einen Überblick über die Fakultäte an Hochschulen und Universitäten, er analisiert, woraus die Zahl der Krediten der einzelnen Fakultäten besteht. Er behandelt das Fach „Informationsspezialist-Bibliothekar” abgesondert und wiest auf die Widerspruche hin, die in der Verordnung berichtigt werden sollten. Aus der Sicht des bibliothekarischen Berufs bedeutet eine Veränderung, dass sich die Benennung des Faches „Bibliothek” sowohl an Universitäten, als auch an Hochschulen ins Fach „Informationsspezialist-Bibliothekar” verändert hat. An Hochschulen kann das Fach „Informationsspezialist-Bibliothekar” mit naturwissenschaftlichen Fächern verbunden werden. Zur Hochschulqualifikation muss zumindest 180 Kreditpunkte, zur Universitätsqualifikation zumindest 240 Kreditpunkte während der wenigstens 6 Hochschul- bzw. 8 Universitätssemester erreicht werden. Da die Ausbildung grundlegend als Zweifachstudium durchgeführt wird, in beiden Fächern müssen die Absolventen eine Diplomarbeit schreiben. Der Wert der Kreditpunkten für die Diplomarbeit und fürs Praktikum hat sich im Vergleich mit der erreichbaren Gesamtkreditzahl nicht proportionell gestaltet. Im letzten Semester muss der Absolvent nichts anders erfüllen, als sich auf seine Diplomarbeit und auf die Abschlussprüfung vorbereiten.

Es ist unerfreulich, dass nur diejenige, die nicht den Lehrerberuf gewählt haben, solche allgemeine Fächer als z.B. naturwissenschaftliche Grundkenntnisse, Informationswissenschaft, Einführung in die Bibliotheksbenutzung usw.) studieren müssen, obwohl die Bibliothekare seit langen Jahren kämpfen, um die Bibliotheksbenutzung ein obligatorisches Fach zu machen. Der Verfasser meint, dass der Kreditwert der nicht Lehrer-Fächer erhöht werden soll, und es wäre wichtig, den Studenten des Lehrerberufs zu ermöglichen, die obenerwähnten Fächer zu studieren.

Gedanken über die bibliothekarische Ausbildung im Spiegel der neuen Verodnung und der Anfoderungen an Qualifikation

HARALYI Krisztina

Am 1. September 2002 tritt die Regierungsverordnung No. 200/2000. in Kraft, die in allen Hochschulen die Einführung des Kreditsystems vorschreibt. Dies beeinflusst die Anforderungen an Qualifizierungen und Berufsbildungen, die an Hochschulen geschaffen werden können. Die Regierungsverordnungen, die die Anforderungen an Qualifikation regeln, müssen dem Kreditsystem entsprechend umgestaltet werden.

Bis heute hat dies im Bereich der Grundausbildung an der philosophischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten stattgefunden. In diesem Beitrag wird das Gesetz über die bibliothekarische Ausbildung untersucht.

Aus der Sicht der zukünftigen Studenten des Fachbereichs Bibliothek sind wichtige Veränderungen geschehen. Die Benennung des Faches und die Titulierung der Qualifizierung haben sich geändert (Informationsspezialist-Bibliothekar). In der ersten Grundausbildung wurde das Zweifachstudium obligatorisch gemacht. Als Neuigkeit besteht die Möglichkeit die Universitäts- und Hochschulfächer zu kombinieren. In der Zukunft an allen Universitäten wird die Voraussetzung des Diploms das Dasein einer Grundstufen- und einer Mittelstufenprüfung in zwei lebenden Sprachen, an den Hochschulen das Dasein einer Mittelstufenprüfung in einer lebenden Sprache.

Die neue gesetzliche Regelung regelt viele Fragen gar nicht, oder nach der Meinung der Autorin tut das unlogisch, deshalb werden im Beitrag einige Vorschläge gegeben. In zweiter oder weiterer Ausbildung ist die Zahl der Krediten genau festgelegt, aber der Kreditwert der Diplomarbeit, des Praktikums und der Rigorosen wird nicht bestimmt. Es gibt ein irrationell großes Unterschied in der Kreditzahl zwischen der ersten und zweiten Grundausbildung an den Universitäten, und das bedeutet, dass der Student/die Studentin während der zweiter Grundausbildung zu viele nicht zu seinem/ihrem Fachbereich gehörigen Fächer studieren muss.

Nach der Meinung der Verfasserin soll die Zahl der wählbaren Fächer an den Hochschulen vermindert werden, weil es an den Hochschulen keine Forscherausbildung geht, deshalb ist die Spezialisierung weniger betont.

Bericht über der Winterkonferenz des ALA. Teil 2. (Teil 1 siche im Heft 1 2001.)

HAJDU Katalin

Das Haputthema der Winterkonferenz 2001 des ALA war die digitale Information. In den Berichten wurden die Digitalisierung, virtuelle Bibliotheken, der im Kiberraum existierende “virtuelle Reference-Pult” und die Erfahrungen der bereits in der Praxis funktionierenden digitalen Reference-Dienste – unterstützend mit ergiebigen statistischen Daten – dargestellt. Die Verfasserin als die ungarischen Teilnehmerin der Konferenz gibt einen Überblick über die wichtigsten Berichten.

Die Russische Staatsbibliothek auf dem Weg zur Digitalisierung.  

Die Projekte TACIS und OREL

SAJÓ Andrea

Als Teil des 1997 angefangenen Modernisierungsprogramms wurde ein Vorschlag zur Automatisierung der Bibliothek und zur Einführung der Informationstechnologie gestellt. Zum Anfang hat die Bibliothek während 18 Monaten finanzielle und geistige Unterstützung vom TACIS-Programm bekommen. TACIS ist ein Programm der Europäischen Union zur technischen Hilfeleistung, deren Zielorten die ehemaligen sowjetischen Staaten sind. Im Laufe des Programms wurde das Informationssystem Aleph 500 eingeführt, 45 neue Computer und einen Sun Server erworben, Software mit zyrillischen Buchstaben installiert, Internet-Verbindung hergestellt, Workshops und eine Konferenz zu den Themen Management, Retrokonversion, Business Planung, Marketing usw. organisiert. Im Beitrag wird das TACIS-Program ausführlich dargestellt, und die neueste Projekt OREL vorgelegt, die den Grundstein zur digitalen Bibliothek (Open Russian Electronic Library) legt.

Informationswissenschaft im Jahre 2001.

McMURDO, Georg
(Zusammenfassung: Mohor Jenő)

Das is eine Zusammenfassung einer Studie, die vor zwanzig Jahren (2001: Information science. In: New Library World, 1981. No. 967.) veröffentlicht wurde, zum Ziel es vergleichen zu können, wie sich der Autor die Welt der Bibliothekaren und Informatiosspezialisten um die Wende des Jahrtausends vorgestellt hat.