Mein Vater, Géza Sebestyén

SEBESTYÉN György

Aus Anlass des 20. jährigen Jubiläums des Todes von Géza Sebestyén, des Stellvertretenden Generaldirektors der Nationalbibliothek wurde eine festliche Sitzung organisiert. In diesem Beitrag erinnert sich sein Sohn an ihn und stellt ihn als Bibliothekar und hilfsbereiter Mensch vor. Seine Geschichten sind mit der Familienbibliothek verknüpft, die von der Familie als Reliquie betrachtet wird. Géza Sebestyén war ein Bibliothekspolitiker, der im Privatleben und Beruf ein hohes Niveau erzielt hat. (S. 213-215)

Géza Sebestyén und sein Erbe, die retrospektiven Zyklen der Ungarischen Nationalbibliographie

KÉGLI Ferenc

Géza Sebestyén war Stellvertretender Generaldirektor der Nationalbibliothek Széchényi in der Periode 1958-1976. Sein Andenken wird aufgrund von Publikationen und Dokumenten beschworen. Géza Sebestyén war unter anderem für die Leitung der Arbeiten der retrospektiven Nationalbibliographie 1945-1960 verantwortlich. Er hat die Gesichtspunkte der Erschliessung aufgrund der Aufgaben der Nationalbibliothek erarbeitet. Als Hauptredakteur hat er die Arbeiten nicht nur geleitet und organisiert, sondern auch selbst am Redaktionsprozess teilgenommen. Nach der Bibliographie der Monographien erschienen die Bände von Karten und Musikalien 1945-1960. Er hat auch die Grundlagen der Bibliographie der Periode 1921-1944 bestimmt. Sein Plan, die Lehrbücher der Periode zu erschliessen, wurde nicht verwicklicht. (S. 216220)

Die Lage des Zentralkatalogs der Monographien in Ungarn

RÁDY Ferenc

Es ist das Ziel des Zentralkatalogs, die Veröffentlichungen im Besitz der Bibliotheken nach einheitlichen Ordnungsprinzipien und im Interesse der Feststellung von Standorten nachzuweisen. In Ungarn wurde der erste nationale Zentralkatalog, nämlich der Katalog der ausländischen Bücher und Zeitschriften, 1923 gegründet. In der Periode 1944-1949 hat die Arbeit an den Zentralkatalogen pausiert. Die Zentralkataloge gerieten 1952 in die Nationalbibliothek Széchényi. 1961 wurden die nach verschiedenen Zeitperioden getrennten Kataloge vereinheitlicht und als Ordnungsprinzip das Anmeldungsjahr gewählt. 1970 wurde der Zentralkatalog der Monographien von dem Katalog der ausländischen Zeitschriften getrennt. 1986 wurde ein neuer Monographienkatalog eröffnet, der alle Sprachen umfasst. Unter den Bibliotheken, die ihre Erwerbungen anmelden, befinden sich die grossen Fachbibliotheken, die Hochschulbibliotheken, die Institutsbibliotheken und die Öffentlichen Bibliotheken. In der ersten Hälfte 1996 sind ca. 96,000 Anmeldungen eingetroffen. Die meisten Grossbibliotheken könnten ihre Anmeldung schon auf elektronischen Datenträgern einschicken, aber der Zentralkatalog der Monographien kann sie nur seit 1995 empfangen. Retrospektive manuelle Bearbeitung ist auch heutzutage im Gange. Die Sammelkriterien des Katalogs sind unverändert: die bibliographischen Beschreibungen von wissenschaftlich wertvollen Büchern, die zur Aufbewahrung erworben sind. 80°r6 der Recherchen nach Standorten beziehen sich auf die Veröffentlichungen der letzten 5-8 Jahre. Die weitere Arbeit des Kataloges wirft verschiedene zu lösende Fragen auf, und die Gesichtspunkte der Entwicklung sind zu klären. (S. 221-225)

Die Lage des Zentralkatalogs der ausländischen Zeitschriften im Spiegel der Entwicklungskonzeption

TÓSZEGI Zsuzsanna

Der Zentralkatalog der ausländischen Zeitschriften hat sich 1970 vom Zentralkatalog der Monographien getrennt. In den ersten Jahren seines Betriebs erschienen die Bände der Standortnachweise „Laufende ausländische Zeitschriften in den ungarischen Bibliotheken”. Die computergestützte Verarbeitung für die Nationale Datenbank der Zeitschriften (NPA) begann 1982. Es war geplant zuerst die im Zentralkatalog der ausländischen Zeitschriften figurierenden Zeitschriften, später die ungarischen Zeitschriften im Bestand der Nationalbibliothek in der Datenbank nachzuweisen. Die Verarbeitung der ungarischen Zeitschriften begann wegen anderer Gründen separat, deshalb blieb es die Hauptaufgabe der NPADatenbank, Information über Standorte mitzuteilen. Die Datenbank war 10 Jahre lang in einem äusseren Rechenzentrum untergebracht, und geriet 1994 in die Nationaibibliothek, ins lokale Netz mit direkter Eingabe über PCs. Wegen Geldmangel, anderer Einschränkungen und der Schliessung von Bibliotheken ist heute die Zahl der Institutionen, die ihren Bestand anmelden, auf die Hälfte zurückgegangen, obwohl die Zahl der Datensätze jedoch gestiegen ist. In 10 Jahren hat sich die Zahl der abonnierten Zeitschriften um 40% und die Zahl der Exemplare auch wesentlich vermindert. Laut Anmeldungen 1995 abonnierten die ungarischen Bibliotheken 12,500 Zeitschriftentitel. Von der zentralen EDV-Anlage der NIIF (Program der Förderung der Nationalen Informationsinfrastruktur) ist die Datenbank online recherchierbar, und es gibt ein grosses Interesse an die CDROM Version. Seit 1996 – dank der Technischen Universität Budapest – ist die Datenbank mit dem Swetscan-Service verknüpft und auch auf dem Internet verfügbar gemacht. Die Entscheidung über die Verarbeitung des retrospektiven Bestandes ist noch zu treffen (es gibt ca. 40,000 Titel auf Zetteln). Entwicklungen gründen sich auf das HUNMARC Austauschformat. Wahrscheinlich werden die Bibliotheken. die im gemeinsamen Katalog teilnehmen, die Daten ihrer Bestände im Computernetz verfügbar machen. Die kleinen Bibliotheken werden auch in der Zukunft ihren Bestand der NPA-Datenbank anmelden. Die Abteilung wird langfristig auch den zentralen Nachweis der elektronischen Periodika übernehmen. (S. 226-235)

“Gutta cavat lapidem”, oder warum gibt es keine retrospektive ungarische geographische Bibliographie, wenn es geben könnte

SIPOS Anna Magdolna – NAGY Miklós Mihály

István Dubovicz hat die jährliche laufende Bibliographie der ungarischen Literatur zur Geographie in der Periode 19361940 zusammengestellt und die Arbeiten an der retrospektiven geographischen Bibliographie begonnen. Sein Name als Bibliograph ist unwürdig wenig bekannt. In der genannten Periode des geographischen Denkens waren die Wissenschaftler János Hunfalvy, Lajos Lóczy und Jenő Cholnoky tätig. I. Dubovicz hat gelehrt und zur gleichen Zeit als Bibliothekar der Ungarischen Geographischen Gesellschaft in der Periode 1922-1960 gearbeitet, er hat unter anderem die laufende Fachbibliographie redigiert und hat es begonnen, die retrospektive Bibliographie des Fachgebiets zusammenzustellen. Bis 1861 zurückgehend hat er die Fachliteratur retrospektiv gesammelt. Über die Periode 1945-1954 hat er Zettel gesammelt, aber diese Zettel sind nicht systematisiert worden und sind verlorengegangen. Sein Nachlass, der als Manuskript vorliegt, zeigt einen hochgebildeten und leistungsfähigen Bibliothekar, den die geographische und die Bibliothekswissenschaft unwürdig vergessen hat. (S. 236-246)

Organisationsförderung und strategisches Management

BARLAI Róbert – CSAPÓ Edit

Die Organisationen – so auch die Bibliotheken – bestreben sich vernünftig, im Interesse der effektiven Arbeit die richtigen Formen der Anpassung zu finden. Laut der traditionellen Leitungstheorie sind die strukturellen Faktoren zu ändern, um in der Organisation Umwandlungen erreichen zu können. Laut der Richtung der Organisationsförderung, die sich auf Verhaltenswissenschaft basiert, wird die Erneuerung der Organisation nur dann effektiv, wenn auch die Mitarbeiter zur Erneuerung fähig sind. Diese zwei Theorien können im strategischen Management kombiniert werden. Die Verfasser führen zuerst den Konzept und die Mittel der Organisationsförderung vor, dann befassen sich mit den methodischen Grundlagen der Organisationsförderung und mit ihren individuellen Methoden. Nach der Erklärung der Grundlagen des Integration der Organisationsförderung ins strategische Management zeigen sie die wichtigsten Kontaktpunkte und ihre Einflüsse auf das Ganze der Organisation. (S. 247-261)

Wirtschaft mit den menschlichen Resourcen, oder bringt entwickelte Technik enwickelte menschliche Beziehungen mit?

BOBOKNÉ BELÁNYI Beáta

Die Verfasserin beschäftigt sich mit der Anpassung an die Umwandlungen, mit dem Management der Umwandlugen mit der Qualität, Richtung und Hauptgebieten der Umwand lungen. Die Bedeutung des Wissens hat sich wesentlich modifiziert. Im Vergleich zu früheren Zeitperioden wird heute das System immer wichtiger und die Gesellschaft selbst be- ginnt betriebsähnlich zu arbeiten. Heute soll man das Wissen dazu benutzen, bestehende Kenntnisse wirksamer zu machen, und auch die Qualität zu berücksichtigen. Die Be reitschaft zur Kooperation ist ein wichtiges Mass der inneren Kraftverhältnisse und Wirksamkeit einer Organisation. Die Rechentechnik wird in der Verbesserung der Qualität der Dienstleistungen eine wichtige Rolle spielen. (S. 262-266)

Management der menschlichen Resourcen oder du kannst Gänse nicht in Schwäne umwandeln, sondern nur in bessere Gänse

ZALAINÉ KOVÁCS Éva

Nach der Auffassung der neuen Management-Anschauung soll die Arbeitskraft als strategische Kraftquelle betrachtet werden. Die bekannten Modelle der Fachliteratur wohl illustrieren die allbestimmende Wichtigkeit der Beziehungen zwischen dem Management und den Mitarbeitern. Zum wirksamen Betrieb der Modelle kann man verschiedene Formationen gestalten. Qualitätskreise sind freiwillig organisierte Kleingruppen, die zur Problemlösung und im Interesse der wirksamen Arbeit gestaltet werden. Als die Manager kreative Mitarbeiter benötigen, mit dieser Annäherung ist es zu erreichen, dass auch das Hilfspersonal fähig wird, anspruchsvolle Aufgaben zu erfüllen. In der Förderung der Arbeitskräfte hilft die Methode der Rotation. Es ist besonders wichtig, wirksam mit dem Personal zu wirtschaften, weil die Reduzierung des Personals in der Zukunft in den meisten Bibliotheken ständig drohen wird. (S. 267-269)

Erneuerung der Bibliotheksstandardisierung

VAJDA Erik

Bis Ende der 80-er Jahre war Standardisierung in Ungarn vom international hohen Niveau. Seit 1994 sind auf diesem Gebiet wesentliche Veränderungen geschehen, nachdem die Organisationsrahmen zerfallen sind und die Finanzierung verändert wurde. Das Ungarische Standardisierungsamt hat sich ins Ungarische Standardisierunggremium umgewandelt, und die Bestellung der Standardisierung für die individuellen Fächer ist sehr teuer geworden. Der Mitgliedsbeitrag ist so hoch, dass er nur von wenigen Bibliotheken und Organisationen zu bezahlen ist. Es wurde notwendig, die Bibliotheksstandardisierung umzugestalten. Aus den Vertretern von beruflichen Organisationen (Kammer der Bibliotheken und Informationseinrichtungen – KIK, Verein Ungarischer Bibliothekare – MKE), der Nationalbibliothek und der Zentralstelle für Bibliotheks- und Informationswissenschaft wurde die Kommission für Standardisierung auf dem Gebiet der Bibliotheken und Fachinformation ins Leben gerufen. Standardisierung figuriert als staatlich finanzierte zentrale Dienstleistung auch im Entwurf des neuen Bibliotheksgesetzes. Standards erscheinen in der Zukunft hauptsächlich als berufliche Vorschriften. Die Kommission hat ihre Organisation, Aufgaben und Arbeitsweise erarbeitet. (S. 270-273)

Ausblick

TÓSZEGI Zsuzsanna: Aus dem Katalogkasten auf den Bildschirm – die retrospektive Erschliessung der französischen Bibliothekskatalogen

(S. 275-285)

BELBONOIT-AVICH, Pierre-Marie: Lichttürme in der Nacht: Informationsrecherc he auf dem Internet

(Zusammenf.: Halasiné Wittinghof Judit) (S. 286-288)

BERTRAND, Anne-Marie: Mediotheken

(Zusammenf.: Halasiné Wittinghof Judit) (S. 288-290)

NAMY, Celine: Gesichtspunkte zur Bewertung von Unterhaltungs-Compact-Disks (Zusammenf.: Halasiné Wittinghof Judit) (S. 291-292) Varianten auf Multimedien. Literaturbericht. (DION, Marie-Pierre – DUCHARME, Christian)

(Zusammenf.: M. Fülöp Géza) (S. 293-296)

Die Arbeit des European Copyright User Platform

(Zusammenf.: Orbán Éva) (S. 297-302)

OPPENHEIM, Charles: Rechtsprobleme bei elektronischen Urheberrechts-Mana gementsystemen (ECM)

(Zusammenf.: Orbán Éva) (S. 302-303)

CORNISH, Graham: Urheberrecht, Informationsservice und Verlagsarbeit in der elektronischen Welt

(Zusammenf.: Orbán Éva) (S. 303-307)

CD-ROM

Design- und Kunstgewerbe-Datenbank auf CD-ROM

(Rez.: Dercsényi Edit) (S. 309-313)

Der Vazul-Zweig – historischer Überblick auf CD-ROM

(Rez.: Bánkeszi Lajosné) (S. 314)

Über Multimedien für Bibliothekare

(Bánkeszi Lajosné) (S. 315-316)

Buchbesprechungen

Dorfbewohner als Leser in Frankreich

(Rez.: M. Fülöp Géza) (S. 317-319)

Wir stellen die ersten zwei Bände der Reihe „Moderne Bibliotheken – moderne Methoden. Hefte zum Bibliotheksmanagement” vor SKALICZKI Judit: Strategische Planung und ALFÖLDINÉ DÁN Gabriella: Finanzierung und Betrieb von Bibliotheken. Ist Nonprofit eine Lösung?

(Rez.: FAZOKAS Eszter) (S. 319-321)

Lehrbuch für Zeitschriftenbibliothekare von Entwicklungsländern
SZILVÁSSY Judit: Basic serials management handbook

(Rez.: Kovács Katalin) (S. 321-323)

Auswahl aus den Neuerwerbungen der Fachbibliothek für Bibliothekswissenschaft

(S. 324-328)

Aus ausländischen Zeitschriften. Referate

(S. 329-411)