Fünfzig Jahre der laufenden Ungarischen Nationalbibliographie

BÉNYEI Miklós

Vor 50 Jahren, 1946 hat die Széchényi Nationalbibliothek (OSZK) die erste Nummer der laufenden Ungarischen Nationalbibliographie (MNB) und etwas später das Repertorium der Ungarischen Zeitschriften (MFR)herausgegeben. Das erste Heft hat die Angaben von in Ungarn gedruckten, als Pflichtexemplare eingekommenen Büchern, Musikalien und Karten registriert, in auf UDK-Zahlen basierten Gruppen. Das Repertorium erschien als Beilage der MNB, in einem ähnlichen UDK-System. Es war die Würde des Unternehmens der OSZK, dass sie laufend und rasch inhaltliche Auskunft über die neuen Dokumente angeboten hat. Auf der bibliothekspolitischen Ebene wurde es bei der Vorbereitung des Bibliotheksgesetzes (1956) formuliert, dass die Nationalbibliographie zur Aufgaben der Nationalbibliothek gehört. An der bibliographischen Sitzung von 1961 wurde es aber eindeutig, dass die verschiedenen Teile der Nationalbibliographie ein System bilden. Die Hefte mit Lehrbüchern, Musikalien, Hungarika-Materialien folgten aufeinander, die Erwerbungshilfe Neue Bücher (Új Könyvek) begann zu erscheinen, und auch die jährlichen Kumulationen wurden vorbereitet. Die Redaktionen haben sich den Standardisierungsprogrammen angeschlossen; und in den 70-er Jahren wurde es mit der Vorbereitung der EDV-Anwendung im bibliographischen System begonnen. Die Knappheit. der finanziellen Mittel hat schon damals und auch seitdem die Arbeiten und die Entwicklungen erschwert. Bei der Computerisierung sollte das System inhaltlich, strukturell und seine Form betreffend erneut, und die Arbeitsteilung zwischen Bibliotheken, ihre Zusammenarbeit durchgedacht werden, um die Vollständigkeit der nationalen Registration sichern zu können. (S. 391-402)
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Gedanken zur Erneuerung der Ausbildung von Bibliothekaren und Informationsfachleuten

KOKAS Károly

Die Bibliotheksarbeit und infalgedessen auch die Bibliothekarausbildung hat sich den Erwartungen der Informationsgesellschaft entsprechend geändert. Es ist zweckmässig, die neuen Kenntnisse auf die traditionellen Elemente basierend in die Ausbildung einzubauen, obwohl auch die traditionellen Elemente der Ausbildung umgestaltet werden sollen. Es ist eine Grundfrage, in welcher Tiefe und Weise Rechentechnik unterrichtet werden sollte. Das Ziel ist es, gute praktische Fachleute auszubilden, dazu ist aber mehr Praxisorientierung notwendig. Die vier wichtigste Gebiete; die in die Ausbildung eingeschlossen werden sollen, sind die folgenden: Informationswissenschaft, Informationssysteme, Informationsverarbeitung und Informationsmanagement. Im weiteren wird der Inhalt der wichtigsten Themenkreise beschrieben. (S. 403-413)
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Die Gewohnheiten der Informationsbeschaffung von Parlamentsabgeordneten, 19901994.

HARASZTI Pálné

Im Frühling 1994 hat die Abteilung Information für Parlamentsabgeordneten der Parlamentsbibliothek eine Reihe von Interviews gemacht, über den Empfang ihrer Informationsdienstleistungen, die seit 1991 zur Verfügung stehen. Von den 80 Befragten waren 21 bereit, an den Interviews teilzunehmen. Die Fragen bezogen sich aufden Typ und Quellen der von den Abgeordneten benutzten Informationen, b) die Rolle der Parlamentsbibliothek, c) die auf die Dienstleistungen gesetzten Erwartungen. Aus der Analyse der Antworten hat es sich herausgestellt, dass das grösste Bedürfnis für die Expertenmaterialien für Entscheidungsvorbereitung besteht, während die laufenden und retrospektiven Parlamentsmaterialien weniger benutzt werden, und noch niedriger war das Interesse für die ausländischen Parlamentsmaterialien. Das geschriebene ungarische Rechtsmaterial war selten benutzt, die ausländischen Rechtsquellen waren aber von der Hälfte der Antwortenden erwähnt. Alle lesen laufend die nationale Presse, und auch die elektronischen Massenmedien sind populär. Als Negatives war die Langsamkeit der Erfüllung der Fernleihwünsche, als Positives die gut benutzbaren 4nline-Datenbanken und das Auskuntsservice erwähnt. Die Benutzer waren auch mit der Sammlung der Bibliothek zufrieden; neben den Online-Recherchen hielten sie die Bereitstellung von Kopien für wichtig. Nach ihrer Meinung kann die Bibliothek auch im internationalen Vergleich standhalten. Die Bibliothekare werden die Meinung von Abgeordneten im nächsten Parlamentszyklus berücksichtigen. (S. 414-426)
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Analytische Erschliessung von literarischen Übersetzungen in der Zentralbibliothek für Fremdsprachige Literatur

KOMÁROMI Sándor

Die Erschliessung, in der Bibliothek bereits in den 70-er Jahren eingeführt, erfährt jetzt ihre Erneuerung auf EDV-Grundlage. Die ab 1992 eingeleitetete Verarbeitung basiert sich auf ca. 50 periodischen Hauptquellen von literarischem Material, und umfasst etwa 700 gattungsspezifische Erschliessungseinheiten von neuen Übersetzungen. Als spezifische Elemente der Titelaufnahmen gelten: die genaue Gattungsbezeichnung, nach Mögfichkeit die Angabe der Originalquelle und des Originaltitels bzw. die Angaben des Werkganzen von Textfragmenten. Die besondere Form der zusammenfassenden Titelaufnahme fällt einander angeschlossenen, zyklischen (vor allem lyrischen) Texten zu. Die Hauptlinie der Sacherschliessung geht, durch eine entsprechende sprachgeographische Schlagwortsequenz, nach den Originalsprachen und den geographischen Orten (Land, Region) der Übersetzungstexten. Sacherschliessung und Inhalt der Titelaufnahmen ermöglichen somit die Suche unmittelbar nach Autor, Übersetzungs- und Originaltitel, Übersetzer, Textgattung, Originalsprache und Sprachort. Als aktive Dienstleistung (in Vorbereitung) kommen verschiedene, gedruckte und andere Formen ins Wort. (S. 427-429)
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Die Versorgung mit Fachleuten in ungarischen Kinderbibliotheken in der Mitte der 90-er Jahre

SUPPNÉ TARNAY Györgyi

1995 wurde eine Fragebogenerhebung über die Lage der Kinderbibliotheken der Komitats- und Stadtbibliotheken durchgeführt. Damals arbeiteten insgesamt 273 solche Dienststellen in Ungarn, aber nur in 7,3% von ihnen gab es eine Kinderbibliothek. 451 hauptamtliche Stellen standen für Kinderdienst zur Verfügung, d.h. 1,2 Stellen per Dienststelle in der Hauptstadt und 1,7 Stellen auf dem Lande. Zur Einstufung von Kinderbibliothekaren gibt es keine differenzierte Anordnung; in 9 Komitaten gibt es gar keine Diplom-Bibliothekare mit Universitätsabschluss im Kinderdienst. Der Anteil von Bibliothekaren, die speziell für die Kinderbibliotheksarbeit ausgebildet waren, war 20%. Verhältnissmässig viele Kinderbibliothekare nehmen an beruflicher Weiterbildung teil, obwohl man für die meisten Formen der Ausbildung schon

die Selbstkosten bezahlen muss. Die Sektion Kinderbibliothekare des Vereins Ungarischer Bibliothekare bestrebt sich, die Teilnahme von Kinderbibliothekaren an Weiterbildung zu unterstützen. Kinderbibliothekare sind benachteiligt auch im Vergleich zu ihren Kollegen, die mit Erwachsenen arbeiten. Um diese Lage zu verändern, sollen die Kinderbibliothekare aus ihrer Isoliertheit heraustreten und ihr Interesse mehr nachdrücklich vertreten. (S. 430-438)
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Der Weg der Entwicklung in Komitat Csongrád

MAJTÉNYINÉ TÚRI Katalin

Die Stadtbibliotheken und die Somogyi-Bibliothek (eine Komitatsbibliothek) in Komitat Csongrád haben schon lange gute Arbeitsbeziehungen. Sie formen eine gemeinsame berufliche Allianz, um die regionale Anschauung , den beruflichen Informationsaustausch zu gestalten, und für finanzielle und geistige Vorteile gemeinsam aufzutreten. Einige konkrete Formen ihrer Zusammenarbeit: gemeinsame Bewerbung auf Ausschreibungen, Organisation von Studienreisen, Demonstrationen, Teilnahme an Wettbewerben usw. (S. 439-441)
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Ausblick

VIRÁGOS Márta: Die Rolle der französischen Universitätsbibliotheken in der Entwicklung der Hochschulausbildung

(S. 443-457)
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KISS Jenő: Hundertjahrfeier und Gipfeltreffen. Hundert Jahre der New York Public Library

(S. 458-461)
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KOVÁCS (D.) Katalin – VÁLYI Gábor – FOGARASSY Miklós: Dialog von Partnern. Bericht über die Konferenz „Dialogue of East European Partners” (Budapest, 6-8. November 1995)

(S. 462-465)
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KOLTAY Tibor: Von Online-Datenbanken zum Internet. Subjektive Rundschau aufgrund der Materialien der Online `95 Konferenz

(S: 466-468)
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TRANIELLO, Paolo: Reforming library legislations in Central Europe: needs and expectations. Review of library legislations in Western European Countries.

Reform der bibliothekarischen Gesetzgebung in Mittel-Europa: Bedürfnisse und Erwartungen. Überblick der bibliothekarischen Gesetzgebung in West-Europa.

(Zusammenf.: Orbán Eva) (S. 469-474)
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Fragebogen über Management-Stile

(Übers.: Mikulás Gábor) (S. 475-478)
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Buchbesprechungen

125 Jahre im Dienst der Gesetzgebung. Geschichte der Parlamentsbibliothek, 1870-1995

JÓNÁS Károly – VEREDY Katalin: Az Országgyűlési Könyvtár története 1870-1995.

(Rez.: Futala Tibor) (S. 479-481)
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Kulturelle Erbe und Information sgesellschaft

RÓZSA György: Kulturális örökség és információs társadalom

(Rez.: M. Fülöp Géza) (S. 482-483)
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Die wichtigste Stärke der Bibliotheken sind ihre Mitarbeiter. Strategische Planung, Marketing, TQM

Stratégiai tervezés, marketing, TQM. (Kiad. a Könyvtári és Informatikai Kamara).

(Rez.: M. Fülöp Géza) (S. 484-485)
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Qualität und Leistung

Quality issues in the library and information services.

(Rez.: M. Fülöp Géza) (S. 485-486)
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Auswahl aus den Neuerwerbungen der Fachbibliothek für Bibliothekswissenschaft

(S. 487-492)
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Aus ausländischen Zeitschriften (Referate)

(S. 493-571)