Neue Phase der Vorbereitungen zum neuen Bibliotheksgesetz

PAPP István

Die heute gültige Verordnung über das ungarische Bibliothekswesen stammt aus 1976. Seit 1990 – paralell mit dem Systemwechsel – wurde mit den Vorbereitungen des Textes einer neuen Gesetzesvorlage begonnen, abet aus verschiedenen Gründen wurden die Arbeiten eingestellt. Der Verein Ungarischer Bibliothekare wollte in dieser Lage helfen, und hat, als Fortsetzung des Seminars des Europarates über bibliothekarische Gesetzgebung, das im Herbst 1994 stattfand, eine Konferenz über die Vorbereitung des ungarischen Bibliotheksgesetzes organisiert. Die Teilnehmer waren prominente ungarische Bibliothekare, Vertreter der zuständigen Ministerien und 16 ausländische Gäste. Ziel des Seminars war es, in Zusammenarbeit mit Spezialistén alternative Lösungen als Anhaltspunkt zu den weiteren Arbeiten zu sammeln. C;~i Grundfragen sind die folgenden: wird überhaupt ein Bibliotoeksgesetz benötigt; wenn ja, wie soll es sein: ausführlich oiler vom Rahmencharakter; welche Bibliotheken soll es umfassen; welche Rechte und Pflichte sollen die Erhalterorgani$ationen haben; wie sollen die Bibüotheken finanziert werden; welche Bibliothekstypen sollen aufgeführt werden; welche Dienstleistungen sollen genannt werden usw. Es wurde festgestellt, lass ein Gesetz benötigt wird, abet seine Erarbeitung nur dann realistisch ist, wenn es keine Mehrkosten mit sich bringt. Als Ausgangspunkt wurde die Verfassung bett~achtet. Ein umfassendes Gesetz hat bessere Ghancen. Die Fragen, die im Gesetz nicht figurieren werden, sollen mit Richtlinien und mit beruflichem Konsens gelöst werden. Die Gesetzesvorlage wird wahrscheinlich nut die Öffentlichen Bibliotheken umfassen, die aus öffentlichen Mitteln erhalten werden. Es loll Recht und P1licht der Erhalterorganisátion sein, die Bibliotheken zu finanzieren, aber ins Gesetz können nur wenige Garantien dafür eingebaut werden. Dié Gesetzesvorlage soll die Bibliothekstypen und ihre Dienstleistungen regeln, abe~ nicht ausführlich. Heutige Probleme der laufenden ungarischen Nationalbibliographie

BERKE Barnabásné

Die Schlüsselfragen dieses Themas hängen mit der Abgabe der P~ichtexemplare, mit dem Sammelgebiet und mit den sich auf die Nationalbibliographie aufbauenden Dienstleistungen zusammen. Die Disziplin der Abgabe der P~ichtexemplare hat zu unseren Tagen trotz der gesetzlichen Regulierung nachgelassen, infolgedessen man über die Vollständigkeit der laufenden Nationalbibliographie nicht sprechen kann. Nur ein kleiner Teil der Lücken kann aufgeklärt werden, und nur wenige Werke können nachträglich erworben werden. Im Interesse des vollständigen Nachweises und der Ersetzung der fehlenden Werke sind Massnahmen der höheren Behörden notwendig, und die Abgabe der neuen Medien soll erreicht werden. In den neugegründeten Verlagen erscheinen zum Teil typologisch unqualifizierbare Veröffentlichungen. Es ist schwer zu beurteilen, zu welcher Bibliographie sie gehören. Auf dem Gebiet der Dienstleistungen, die sich auf die Nationalbibliographie aufbauen, ist es ein Rücktritt, dass die gedruckte Version der Ungarischen Nationalbibliographie Reihe Bücher seit 1992, seit dem Beginn des Online-Katalogs der Nationalbibliothek Széchényi in vereinfachter Form erscheint. Das integrierte Bibliothekssystem DOBISILIBIS hat nämlich damals noch nicht über ein, die Darstellung der Nationalbibliographie unterstützendes Programm verfügt. Heute arbeitet schon ein solches Programm für die Redaktion der Einträge und ihre Darstellung. Die CD-ROM Ausgabe der computergestützten Nationalbibliographie (1976-1991) ist auch fertig. Das ungarische MARC Format, HUNMARC ist erarbeitet worden. Von 1996 wird auch mit der Floppy-Ausgabe der Hefte der Ungarischen Nationalbibliographie Reihe Bücher begonnen werden.

Mäzenatentum oder Finanzierung – Chancen der Bibliotheken mit nationalen Aufgaben

PRŐHLE Éva

Die Periode der staatlichen Finanzierung ist schon zu Ende, die Bibliotheken mit nationalen Aufgaben sollen Mäzene finden. In dieser Lage können sie sich an Lobbys anschliessen, um aus ausseretatlichen Quellen Geld zu kriegen. Szene der Lobbys soll nicht nur das Parlament sein, sondern es sollen auch Insitutionen und Personen gesucht werden, die dazu neigen, auf die Bibliotheken Geld zu opfern, bzw. nach ausländischen Beispielen sollte der Kreis der die Bibliotheken protegierenden Institutionen gestaltet werden. Die Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften wird z.B. vom “Pro Bibliotheca Academiae Scientiarum Hungaricae” unterstützt, auch die Freunde der Nationalbibliothek Széchényi beschäftigen sich damit. Es ist wichtig; die ungarischen Quellen aufzuklären. In den westlichen Ländern gibt es ein besonderes Personal für Entwicklungen und PRKontakte, das unter anderem auch die finanziellen Quellen aufklärt. Nach diesem Beispiel könnte auch bei uns dieser Aufgabe besonderes Personal gewidmet werden. Die Bibliotheksleiter sollten durchdenken, wie sie mehr effizient wirtschaften könnten (z.B. Bestandsanalysen, Lageberichte bereiten lassen). Teil der Bibliotheken mit nationalen Aufgaben kämpft mit Funktionsstörungen, weil sie auch die Studenten ihres Fachgebietes empfangen, aber dieser Aufgabe mit Dubletten, Raum usw. nicht entgegenkommen können. Eine andere Möglichkeit ist es, die Reserven der Zusammenarbeit aufzunehmen und zu benutzen.

Ariadnefaden im Labyrinth des Lehrbuchhandels

KOVÁCS Mária

Mit der Erscheinung der Marktverhältnisse wurde das Angebot der Lehrbücher vielfältiger, und die Informierung über Lehrbücher schwerer. Der Beitrag stellt die Organisationen vor, die sich mit der Herausgabe und Handel von Lehrbüchern beschäftigen, zählt ihre Informationslisten und auch die Datenbanken von Lehrbüchern auf. Das Ministerium für Kultur und Bildungswesen hat eine zentrale Rolle, weil es die ausgedehnte Lehrbuchmarkt zusammenfasst, und mit ihren zentralen Listen für die Schulen ihre Erwerbungen erleichtert, Damit werden aber nicht alle Probleme der Schulbibliotheken restlos gelöst. Eine bedeutende zusammenfassende Kraft ist der Nationale Verband der Lehrbuchhändler (TANOSZ), an dessen Veranstaltungen sich alle Organisationen treffen, die im Lehrbuchhandel tätig sind. Die Zusammenstellung wird durch die Liste der Lehrbuchausstellungen ergänzt.

Die Parlamentsbib liothek ist 125 Jahre alt

JÓNÁS Károly

Die Parlamentsbibliothek wurde 1870 als geschlossene Institutionsbibliothek zur Unterstützung der Gesetzgebung und der Abgeordneten ins Leben gerufen. Bis 1952 gehörte sie zum Parlament, ihre Arbeit wurde durch eine Bibliothekskomission geleitet, in enger Zusammenarbeit mit dem Parlament. Die Mitglieder dieser Komission waren die Vertreter des damaligen kulturellen und politischen Lebens, denen die Bibliothek am Herzen lag. Zwischen 1953 und 1990 funkcionierte die Bibliothek unter der Leitung des Ministeriums für Kultur. Sie wurde mit nationalen Aufgaben auf den Gebieten der Politik, des Rechts, und der Geschichte des 20. Jahrhunderts beauftragt. Von 1991 gehört sie wieder zum Parlament, aber im Interesse der besseren Informierung der Abgeordneten wurde ein sogenanntes Zentrum für Abgeordneteninformation ins Leben gerufen. Seit 1956 arbeitet die Parlamentsbibliothek als Depotbibliothek der Vereinten Nationen, sie behandelt die UNO-Dokumente als eine Sondersammlung. Weitere nennenswerte Sondersammlungen sind: die Sondersammlung des ungarischen Parlaments, die Zugang zu den Materialien der Gesetzgebung gibt; die Sondersammlung der ausländischen Parlaments-Materialien, in der ähnliche ausländische, meistens west-europäische Dokumente zu finden sind. Seit 1952 ist die Parlamentsbibliothek eine öffentliche Bibliothek. Zur effizienten Information der Besucher dienen seit 1982 verschiedene computergestützte Datenbanken.