Ungarische Kulturinstitute im Ausland und ihre Bibliotheken 2.

In diesem letzten Teil der Reihe wird die Tätigkeit der folgenden Institutionen besprochen: Ungarisches Institut und Bibliothek, Paris (STREHO Istvánné}; die Ungańsche Akademie und ihrs Bibliothek, Rom (HUSZÁGHNÉ KELECSÉNYI Ágnes); das Ungarische Kulturzentrum, Prag (ÁGH András – GÁLOVÁ, Dana); die Bibliothek des Ungarischen Zentrums für Kultur, Wissenschaft und Information, Moskau (MÁRHOFFER Józsefné); das Zentrum für Ungarische Kultur und Wissenschaft, Helsinki (NYIRKOS István). (Den Teil 1 siehe Jg.1. /37./ 1991. No.4.)Die Bewahrung der Hungarica-Sammlungen.

MISKA János

Nach der Bestimmung der Typen von Materialien zum Thema Ungaren in Kanada (gedruckte Werke, Archivmaterialien und andere Daten) beschreibt der Verfasser die Tätigkeiten, deren Anliegen ist es, diese zu bewahren, durch Dokumentation entsprechend zu bearbeiten, und sie suchbar zu machen. Er schlägt vor, dass eine Fachkommission zur Koordination und Leitung dieser Arbeit soll ins Leben gerufen werden. Er hält es für nötig, eine nationale Archivdatenbank aufzustellen.

Darüber lohnt es sich zu sprechen. Das Könyvtárellátó ist ein selbständiges Unternehmen geworden

GYŐRI Erzsébet

Im Dezember 1990 hat die Kammer der Bibliotheken- und Informationseinrichtungen einen Ausschuss aufgestellt, um die Lage der Bibliotheksversorgung in Ungarn zu untersuchen, und für die Errichtung einer Organisation, die den Interessen von Bibliotheken besser dienen würde, Vorschläge zu machen. Die Bibliotheksversorgung in Ungarn, die seit 1952 zentralisiert geschieht, ist schon ein paarmal reorganisiert worden, aber die Lösung ist pocht nicht gefunden worden, die für die Bibliotheken am vorteilhaftesten wäre. Im November 1991 ist ein neues, selbständiges, staatliches Unternehmen von TÉKA ausgeschieden, mit dem Namen Könyvtárellátó Vállalat (Unternehmen für Bibliotheksversorgung). Einige der Aufgaben, die zu lösen sind: die Immobilienprobleme müssen erledigt werden; ein Teil der guten Import-Spezialisten haben sich der GmbH angeschlossen, die von der bisherigen TÉKA-Gruppe organisiert worden ist; die Binderei für Bibliotheken, die vor einigen Jahren eingestellt worden ist, soll ersetzt werden usw. Es muss eine starke, wohlfunktionierende Organisation gegründet werden, die die Interessen von Bibliotheken und die Aspekte des Marktes berücksichtigt. Die Redakteure des Informationsdienstes über Neuerscheinungen Új Könyvek (Neue Bücher) werden versuchen, vollwertige Information für die Bibliotheken aufgrund Handschriften und Imprimatur-Kopien, d.h. vor der Erscheinung, anzubieten. Dasselbe gilt für den Vertrieb von und die Information über Schallplatten und Kassetten, die in Ungarn veröffentlicht werden. Ausserdem wäre es vernünftig, auch den Vertrieb von der Bibliothekssoftware zu unternehmen, den zur Zeit geringen und teueren Möbelangebot zu erweitern, den Katalog von Bibliotheksformularen zu erfrischen usw. Ein anderes Zel ist es, das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzusetzen, und einen Rat von Bibliotheks- und Wirtschaftsexperten an seiner Spitze zu haben.

Marktbericht, oder alternative Erwerbungsmöglichkeiten

FAZOKAS Eszter- KAPOSVÁRINÉ DÁNYI Éva

Nachdem das Vertriebsmonopol von Import- und ungarischen Büchern eingestellt worden ist, und die neuen Lösungen noch nicht ganz klar geworden sind, ist es schwer für die Bibliothekare, sich zu informieren. Die Verfasser haben versucht, einen Überblick über die möglichen Erwerbungsquellen anzubieten. Sie haben Interviews mit den Vertretern von 12 Firmen über ihre gegenwärtige Dienstleistungen gemacht. Unter ihnen waren alte Unternehmen und ihre erneute Nachfolger, neulich gegründete Importeure, die Vertreter von grossen ausländischen Firmen in Ungarn, und Unternehmen, die ungarische Bücher vertreiben. Es ist charakteristisch für die Marktsituation in Ungarn, dass einige Veränderungen schon geschehen sind, während das Manuskript in die Druckerei gegeben wurde. Die Verfasser ermutigen die Bibliothekare, in der Erwerbung die für die Bibliotheken vorteilhaften Möglichkeiten zu gebrauchen.

“Der Stamm und die Zweige.” Wissensorganisation und Syntaxis. Beitrag zur Kandidatendissertation von Tibor Horváth

DARÁNYI Sándor

Der Beitrag bespricht die Dissertation die wichtigsten Abschnitte zitierend, damit ein breiteres Publikum von Bibliothekaren (besonders die in Ausbildung) dieses noch nicht veröffentlichte Werk kennenlernen kann. Es ist das Ziel dieses Beitrags, zu zeigen, dass der Registereintrag – ausser Kriterien für die sachliche Erschliessung zu geben – fähig ist, durch das Syntaxis Indexbegriffe in eine Einheit auf höherem Niveau zu synthetisieren, was zur gleichen Zeit eine gedrängte Reproduktion des Inhaltes der originalen Veröffentlichung bedeutet. Bevor Horváth die Wichtigkeit des Syntaxis beschreibt, bestimmt er die Hauptaufgaben der Klassifikation; die Pyramide des Wissens, die der Systematisierung der Wissensgebiete dient; die Rolle der neuen Strukturen (Kybernetik, Kommunikationstheorie, Semiotik) im Modellieren des Wissens; die Facetten-Systeme, und die der Quantelung, der heuristischen Information und der Klassifikation ohne Präzedens.

Sachliche Ansetzungskontrolle in einem Online-Katalog von Zeitschriftenartikeln und in den Sachregistern der gedruckten Versionen.

TAR Katalin – NOVÁK István

Nach einer kurzen Einführung in die Problematik von Sachrecherchen in Online-Katalogen beschreiben die Verfasser ihre Lösung im Online-Katalog der Fachbibliothek für Bibliothekswissenschaft, MANCI. Die Ansetzungskontrolle der Begriffe beruht auf dem Aufbau einer Datenbank des gedruckten Thesaurus der Bibliothek mit der Micro-ISIS Software, und einer einfachen Thesaurus-Management-Software in der ISIS-PASCAL Sprache. Aufgrund der Relationen der Deskriptoren in der Thesaurus-Datenbank ist auch ein Programm für Verweisungen geschrieben worden, mit dem siehe und siehe auch Verweisungen automatisch aus den Thesaurus-Sätzen ausgewählt, und in die Sachregister, die periodisch zusammengestellt werden, eingeordnet werden können.

Prinzipielle Überlegungen zur Errichtung von Gemeinschaftshäusern in kleinen Städten

N. NAGY Katalin

Laut politischer Deklarationen ist heute in Ungarn, nach dem Übergang zur parlamentarischen Demokratie die auf der quasi-Zusammenarbeit von nicht gleichberechtigten Partnern basierte, vom oben und aussen geleitete Volksbildung zu Ende. Die rechtlichen Vorschriften der Kultur bewahren aber noch immer die Prioritäten der zentralen Staatsmacht. Die Studie sucht die Antwort auf die Frage: welche Möglichkeiten des Denkens und was für Tätigkeitsfelder gibt es für den Spezialisten in dieser Übergangsphase von unsicherem Ausgang. Sie sucht die Ordnungsprinzipien in der Betätigung von Kulturinstitutionen der Selbstverwaltungen (öffentliche Bibliotheken, Kulturhäuser), die zwischen alten und neuen Idealen agonisieren. Nach der Meinung der Verfasserin ist das Gemeinschaftszentrum, das auf offener Bildung beruht, und um bibliothekarische Tätigkeiten organisiert wird, eine der Institutionen, die für die örtlichen Gemeinschaften die Szene und die Induktionskraft von richtigen gesellschaftlichen Tätigkeiten, den Bedürfnissen der Demokratie entsprechend sein können. Das berufliche Nivean der Arbeit der Institution soll nach dem der Dienstleistungen gemessen werden.

Bedarfsanalyse von Pedagogen in einer Veszprémer Berufsmittelschule

KOLOZS Barnabásné

Die Autorin hat eine Fragebogenerhebung unter Lehrern in einer grossen Berufsmittelschule über ihre Informationsbedürfnisse durchgeführt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Lehrer den grössten Bedarf an Informationen zum Fach haben, das Sie lehren, und den zweitgrössten – an pedagogischer Information. Sie befriedigen Ihre Bedürfnisse vor allem in der Schulbibliothek, die aber nur die Hälfte ihres Bedarfs erfüllen kann. Die Lehrer würden im heutigen Schulsystem, das mit Sorgen des Umbruchs kämpft, eine Literaturversorgung vom höheren Niveau benötigen, als die, welche die Schulbibliotheken, die sie meist benutzen, jetzt anbieten können.

Noch einmal über die Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft

PRŐHLE Éva

Die Verfasserin ist eine der Leiter der Parlamentsbibliothek. Ihrer Meinung nach ist eine Feststellung von Sándor Szalay (Könyvtári Egyelő, Jg.1. /37./ 1991. No.1. S.38-44.) für die Parlamentsbibliothek verletzend. Ihre Bemerkungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Parlamentsbibliothek macht alle EG-Veröffentlichungen zugänglich und suchbar, die sich auf Recht und Politik beziehen, aber berücksichtigt die grosse Menge von Ephemeriden nicht. Es wäre nötig, ein nationales Treffen zu organisieren, wo die Betroffenen darüber entscheiden könnten, inwieweit es für sie möglich ist, EG-Veröffentlichungen zu sammeln usw.