Bibliographische Tätigkeiten in Ungarn in den letzten 30 Jahren.

LISZTES László

Die erste Konferenz über Bibliographie war im Jahre 1961 veranstaltet, und seitdem hat sie zur Vergleichsbasis gedient. Bibliographische Tätigkeiten in den letzten 30 Jahren sind von Gefügigkeit, mässigem beruflichem Niveau und meistens individuellen Bemühungen charakterisiert worden. Es kann aber als ein Ergebnis erwähnt werden, dass sich das System der Nationalbibliographie entwickelt und konsolidiert hat, und neben der Nationalbibliothek einige wohlfunktionierende bibliographische Werkstätte entstanden sind. Wenn man die Verbindungen zwischen Bibliographie und Wissenschaft analysiert, kann man feststellen, dass die bibliographischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten auf einem Gebiet eng zusammenhängen. Da die Organisationen, die der technisch-ökonomischen Entwicklung dienen, rascher fortschreiten, ist die Information und Bibliographie auf diesen Gebieten mehr entwickelt, als in den humanistischen und weniger kultivierten Gebieten der Sozialwissenschaften. Was die Ausbildung von Bibliothekaren betrifft, erschwert das Fehlen von Lehrbücher zu methodologischen Fragen und von authentischen Lehrern die Ausbildung der neuen Generation. Um die Unorganisiertheit auf dem Gebiet der Bibliographie aufzuheben, schlägt der Verfasser vor, die gemeinsamen Bestrebungen zu koordinieren, eine reale Partnerschaft auszubilden. Die Aufgaben der weiteren Entwicklung sind die folgenden: effektive institutionelle Beziehungen, gewinnbringende Dienstleistungen. (S. 409-420.)

Das System der laufenden Ungarischen Nationalbibliographie. Stand und Aufgaben.

BERKE Barnabásné

Das System der Ungarischen Nationalbibliographie hat sich in den 1970-er Jahren konsolidiert. Zur Verwicklung der einheitlichen bibliographischen Reihen haben die folgenden Faktoren beigetragen: Standardisierung im Ausland und in Ungarn, die 1977 Pariser Empfehlungen, die 3. Konferenz zum Bibliothekswesen. Als Ergebnis der Entwicklungen war 1978 die Datenbank der Nationalbibliographie/Bücher inbetriebgenommen. Im Rahmen der zentralen Dienstleistungen aus dieser Datenbank hat sich bisher bloss die zentrale Herstellung von Katalogkarten für öffentliche Bibliotheken verwirklicht. Seit 1978 erscheint monatlich die Ungarische Nationalbibliographie/Zeitschrifteninhaltsbibliographie. Sie verzeichnet seit 1981 nur die Sozial- und Naturwissenschaften, die Erschliessung anderer Gebiete ist dann die Aufgabe der nationalen Spezialbibliotheken geworden. Im Jahre 1977 erschienen die Ungarische Veröffentlichungen im Ausland und die Hungarica Literaturrundschau. In den 80-er Jahren ist es, wegen finanziellen Abkürzungen , mit solchen Arbeiten und Investitionen begonnen worden, die weniger Geld benötigen (Standardisierung , weitere Entwicklung des Programmsystems der UNb/Bücher, Erarbeitung des Hungarica-Dokumentationsprogramms). Wegen finanziellen Schwierigkeiten bleiben einige Publikationstypen unverzeichnet, die Bibliographien der Bibliographien unvollendet, und erscheinen die Register und Jahreskumulationen mit einer Verspätung. Mit der Hilfe des grossrechnersystems DOBIS/LIBIS, das mit der Unterstützung des Entwicklungsprogramms der Informationsinfrastruktur (IIF) realisiert wird, können die bibliographischen Dienstleistungen am Beginn der 90-er Jahre reformiert werden. Als erster Schritt, werden die Eintragungen der Datenbank UNb/Bücher auf Magnetband und Floppy Disk zugänglich. (S. 421-445)

Die lautende nationale Zeitschriftenbibliographie und ihre Datenbank.

NAGY Zsoltné

Die jährliche Bibliographie der Zeitschriften war das erste Mal im Jahre 1976 veröffentlicht als ein selbständiges Heft der Ungarischen Nationalbibliographie. Diese Bibliographie enthält neben traditionell für Periodika gehaltenen Veröffentlichungen auch Jahrbücher und Programme, die bis dahin als Bücher verzeichnet worden sind. Seit 1985 hat die Nummer der Zeitschriften sprunghaft gewachsen, und der Sammelgebiet sollte überprüft werden. Seit 1988 ist die EDV unentbehrlich geworden. Als erste sind zwei Datenbanken aufgebaut worden: die ISSN-Datenbank und die Datenbank Zeitschriften-Verzeichniss. Nach frühen Erfahrungen waren sie 1989 vereinigt mit dem Namen Datenbank Zeitschriftenbibliographie. Die Datenbank enthält die bibliographischen, Anordnungs- und Registraturangaben der in Ungarn erscheinenden Zeitschriften. Die Dienstleistungen: Suche nach mehreren Aspekten, Herstellung von Eintragungen mit abgekürzten oder vollständigen bibliographischen Beschreibungen, und von Veröffentlichungen. (S. 446-452)
Die allgemeine retrospektive Nationalbibliographie. Ergebnisse , Aufgaben, Methoden.

FERENCZY Endréné

Die Nationale Konferenz über Bibliographie 1961 hat die Aufgaben der letzten 30 Jahre auf dem Gebiet der allgemeinen retrospektiven Nationalbibliographie bestimmt. Was die verzeichnete Literatur betrifft, sind die zwei meistdiskutierten Fragen: die Interpretation der Patriotica-Begriffes und die Alternative Vollständigkeit-Auswahl. Es gibt Lücken in der Erfassung der Materialien auf ungarisch, aber es ist noch mehr augenfällig, dass die Erschliessung der Arbeiten von ungarischen Verfassern und der sich auf Ungarn beziehenden Werke auch in den langfristigen Plänen nicht erwähnt wird. Die Verfasserin stimmt der Vollständigkeit bei, und begründet ihre Stellungnahme mit Argumenten. Sie ist der Meinung, dass die Struktur der retrospektiven Bibliographie und die bibliographische Beschreibung dem Zeitalter und dem Dokumententyp entsprechen sollen. Rechnergestützte Informationsdienstleistungen bedeuten einen neuen Weg nur für die Bibliographien der Gegenwart und der Zukunft, sie dürfen die traditionelle Abschliessung des umfassenden Systems der retrospektiven Nationalbibliographie nicht verhindern. (S. 453-464)

Das Leben und Werke von ungarischen Schriftstellern. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, und Empfehlungen zur landeskundlichen Datensammlung.

VICZIÁN János

Das Werk von Pál Gulyás Das Leben und Werke von ungarischen Schriftstellern ist eine Ergänzung und Fortsetzung des 14-bändigen Lexikons von József Szinnyei, das zwischen 1891 und 1914 mit dem gleichen Titel veröffentlicht war. Gulyás hat zwischen 1916 und 1956 die Daten von etwa 80.000 Personen aus ungefähr 2000 Quellen gesammelt. Ein Teil seines Werkes (A-D) ist 1939-1944 veröffentlicht worden, der Rest blieb im Manuskript. Die Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften hat 1981 beschlossen, dieses riesiges Material herauszugeben, der Redakteur ist der Verfasser dieses Artikels. Der Teil E-I enthält abgeschlossene Biographien, J-Lám ergänzendes Material, Quellenangaben, Lám-Zs zusammengestellte Biographien. Die Bände werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte der 90-er Jahre erscheinen. Sie werden in den Buchhandlungen nicht verkauft, aber werden von dem Petőfi Museum der Literatur erhältlich. Der Verfasser halt es für wichtig, dass es auch laufende biographische Datensammlungen zusammengestellt werden sollen. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen des Babits Verlags, der die neue Reihe des Révai Lexikons vorbereitend einen ungarischen beruflichen Wer ist wer herausgeben wird. Der Verfasser legt einen grossen Wert der Erfassung der wichtigsten Tages- und Wochenblatter des Landes und der landeskundlichen Arbeit bei. Er empfiehlt die Zusammenstellung einer landeskundlichen Datensammlung über Personen und macht methodologische Vorschläge. (S. 465-472)
Biographien von ungarischen Personen des 20. Jahrhunderts, die im Ausland leben (Index Biographicus Hungaricus).

KOVÁCS Ilona

Index Biographicus Hungaricus, die rechnergestützte Datensammlung von ausländisch-ungarischen Personen ersteckt sich auf Ungarn, die in die westlichen Länder ausgewandert haben und die nach 1880 in den benachbarten Ländern geboren sind. Die Datensammlung enthält die wichtigsten Identifikationsangaben der verzeichneten Personen: Name und seine Variationen, Geburt, Tod, Studien, wann und wohin hat er/sie Ungarn verlassen, in welchen Ländern hat er/sie gewohnt, Beruf. Die Datenbank enthält auch Informationen zu den Quellen. Sie kann sowohl zu Informationszweckle, als auch zur Herstellung von Veröffentlichungen benutzt werden. (5.473-479)

Die Aufgaben der Referral-Information.

OTTOVAY László

Die Referral-Information, die den Kreis der bibliothekarischen Dienstleistungen erweitert, leitet den Leser, der eine Angabe, Information oder Material sucht, zum entsprechenden Fachmann, zum wissenschaftlichen Institut, zur besitzenden Bibliothek, zur bibliographischen Informationsquelle. Die Mittel der Referral-Information sind die folgenden: Verzeichnisse, Inventare, Kataloge, Publikationen, EDV-Produkte. Ihre Institutionen sind wie folgt: auf der lokalen Ebene – alle Bibliotheken, die die dazu benötigten wichtigsten Materialien besitzen; in den Sachgebieten – die Spezialbibliotheken mit nationalen Aufgaben, Koordinationszentren; auf der regionalen Ebene – die 5 regionalen Zentralbibliotheken; auf der nationalen Ebene – die Nationalbibliothek Széchényi, deren Sammlungen, spezielle Kataloge und Dienstleistungen, EDV-Möglichkeiten zur nationalen Koordinierung geeignet sind. Um den Referral-Dienstleistungen zum Rang kommen zu lassen, ihr nationales System auszubauen, sind Aufgaben in den folgenden Gebieten zu lösen: Organisation, Methoden, Ausbildung, Entwicklung von Mitteln, Zusammenstellung von Veröffentlichungen. (S. 480-487)

Referral-Information und Information über Standort.

SONNEVEND Péter

Unter Referral-Information versteht der Autor eine Informations- und/oder Dokumentationsdienstleistung, die neben der bibliographischen Identifikation der gesuchten Dokumente auch über ihren Standort Auskunft gibt. Diese Rolle erfüllen die Zentralkataloge, Gesamtverzeichnisse. Eine Analyse der zentralen Diestleistungen der Nationalbibliothek Széchényi am Beginn der 80-er Jahre hat festgestellt, dass die Leistungsfähigkeit der Zentralkataloge mit der Hilfe der Rechentechnik soll verbessert werden. Im Plan war es vorgesehen, EDV dal erste Mal im Zentralkatalog von ausländischen Zeitschriften, danach in dem von Bücher anzuwenden. Diese Vorstellungen konnten wegen des übertriebenen Systemprogramms, des Fehlens des adequaten Management und der Einstellung der zentralen finanziellen Unterstützung nicht restlos verwirklicht werden. Der retrospektive Zentralkatalog erscheint zu langsam, der Katalog der laufenden Zeitschriften kämpft mit einer Versäumung von mehreren Jahren. Die berichtenden Bibliotheken können die Angaben nicht in maschinenlesbarer Form zur Verfügung stellen. Als Kontrapunkt, zeigt der Autor, wozu die Periodika-Datenbank eines entwickelten Landes fähig ist, was die auf Zentralkatalogen aufgebauten Datenbanken anbieten. Der Autor empfiehlt, die Nationale Periodika-Datenbank aus der Sicht der Systemorganisation zu erneuern, die Erschliessung der Standorte der bisher nicht erfassten Dokumententype an der nationalen Ebene zu lösen, ein einheitliches Netz auszubauen, und finanzielle Unterstützung in der Anfangsphase zu gewähren. (S. 488-492)

Die Lage der Fachbibliographie.

SZABÓ Sándor

Von den Empfehlungen der 1. Nationalen Konferenz über Bibliographie (1961, Gödöllő) haben die Bibliothekaren keinen entsprechenden Gebrauch gemacht. Neben wichtigen Ergebnissen hat heute die fachbibliographische Tätigkeit dieselben Fehler wie früher, nämlich: es gibt unabgedeckte Fachgebiete, z.B. Mathematik, Chemie, und, zur gleichen Zeit, gibt es parallele Erfassung in vielen Fachgebieten, z.B. Binnenhandel, Ökonomie. Die Sorgen sind die folgenden: es fehlen die bibliographischen Werkstätte, das Niveau der bibliographischen Arbeiten ist nicht gleich. Laufende Bibliographien werden mit einer zu langen Durchlaufszeit zusammengestellt, retrospektive Bibliographien aber sind übertrieben gross. Um das Prinzip der einmaligen Erfassung-mehrmaligen Benutzung realisieren zu können, ist eine enge Zusammenarbeit unter der Ungarischen Nationalbibliographie und den fachbibliographischen Unternehmen nötig. Dringende Aufgaben sind: der Aufbau einer Datenbank der Nationalbibliographie/Zeitschriftenartikel und die Herstellung von Bibliographien der Bibliographien. (S. 493-502)

Über die Bibliographien der Sozialwissenschaften.

BORSOSNÉ ZÉTÉNY Angéla

Der Vortrag analysiert dal Thema von der Seite des Praxis, aus dem Gesichtspunkt eines praktisierenden Bibliographs und Informationsfachmanns. Sein Ziel ist es, eine Debatte zu provozieren über die heutige Lage, über die Schwierigkeiten, die bei der Entwicklung des nationalen Systems der bibliographischen Tätigkeit hinderlich sind, über die Möglichkeiten des Aufbaus darin eines umfassenden Systems der Bibliographie der Sozialwissenschaften, und über die Voraussetzungen für ein wirtschaftliches, wohlorganisiertes und übersichtliches bibliographisches System. Der zweite Teil des Vortrags bietet einen Überblick über die Arbeiten auf den Gebieten Bibliographie und Auskunft in den letzten 20 Jahren, über ihre Ergebnisse und Misserfolge in den Sozialwissenschaften. (S. 503-515)
Ergebnisse und einige Probleme der Forschungen zu Bibliographie der Literaturwissenschaft.

LÁNG József

Die bibliographische Erfassung und Publikation auf dem Gebiet der Literaturgeschichte war bis Mitte dieses Jahrhunderts entscheidend vom laufenden Charakter. Das erste bibliographische Unternehmen war eine versteckte Bibliographie in der ungarischen Literaturgeschichte von Jenő Pintér, die zwischen 1930-1941 erschien. Der Plan der retrospektiven Bibliographie ist schon 1957 geboren, aber der erste Band der geplanten retrospektiven Reihe (über die Geschichte der ungarischen Literatur vom Beginn bis 1772) konnte nur 1972 erscheinen. Der Band über die Periode 1772-1848 erschien 1975. Zwei weitere Bände erschienen 1982 und 1989 mit bibliographischen Angaben über die Tätigkeit der Schriftsteller in der Periode 1905-1945. Die Erfassung der Periode 1849-1905 ist jetzt in Arbeit. Die jährlichen Zeitschrifteninhaltsbibliographien zu Literaturgeschichte sind laufend hergestellt worden. Sie erschienen bis 1976 in der Zeitschrift Irodalomtörténeti Közlemények, zwischen 1976 und 1983 in individuellen bibliographischen Bänden in der Nationalbibliothek Széchényi. Seitdem hat die Nationalbibliothek leider ihre Veröffentlichung aus finanziellen Gründen eingestellt. Aus den schon fertigen Bibliographien sollen die folgenden erwähnt werden: die Bibliographie der volkhaften Schriftsteller, die der in den benachbarten Ländern veröffentlichten Schriften über ungarische Literatur, und einige hervorragende Personalbibliographien (Ady, Géza Csáth, Kazinczy, Krúdy, Móricz). In der Verfassers Meinung ist die Bibliographie der Literaturwissenschaft zu viel auf die Fachliteratur gerichtet und vernachlässigt textologische Forschungen. Um dies zu vermeiden, hat man schon begonnen, die ungarischen Zeitschriften, die auch literarische Texte veröffentlichen, zu erfassen. Mit demselben Zweck hat man die Suche nach Anthologien und Sammlungen der Literaturwissenschaft begonnen. Der Verfasser beschuldigt die Fachbibliographien mit Erschliessung eines zu engen Kreises der Quellen. Forschungen sind nicht koordiniert, Methoden sind heterogen, Redaktion und Druck dauern zu lange. (S. 516-522)

Der Stand der Fachbibliographie der angewandten und Naturwissenschaften.

VAJDA Erik

Der Verfasser beschreibt die Gegenwart und erwünschte Entwicklungstendenzen der Fachbibliographien der Technik, Landwirtschaft, Medizin, usw. Die Fachbibliographien der angewandten und Naturwissenschaften sind in Ungarn von heterogenem Niveau. Im ganzen sind sie nicht schlechter Qualität, aber in wichtigen Gebieten schaffen sie kein einheitliches System. Zusammenarbeit und die Anwendung modernen Technologien, der Aufbau und mehrseitige Benutzung von Datenbanken sind dringende Anforderungen, und ihre Voraussetzungen sind: Kompatibilität, die Erarbeitung und Anwendung von Normen. Andererseits, ist die finanzielle Lage der nationalen fachbibliographischen Tätigkeit immer mehr bedenklich. (S. 523-534)
Der Schicksal der lokalen bibliographie in Ungarn.

KOROMPAI Gáborné

Unter lokaler Bibliographie versteht die Verfasserin wissenschaftliche Tätigkeiten, die durch das regionale Prinzip verbunden sind. Die Erfassung von Arbeiten über Geschichte, die sich auf ein geographisches Gebiet beziehen, begann in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts (Iván Nagy, Arnold Ipolyi). Der erste Band der Zeitschrifteninhaltsbibliographie von József Szinnyei über Geschichte und ihre Hilfswissenschaften war 1874 veröffentlicht. Der erste Schritt in der lokalgeschichtlichen Arbeit in Institutionen und in der Erfassung von ortskundlichen Beständen war die Organisation der Budapest-Sammlung in der Hauptstädtischen Bibliothek. Soziographische und soziologische ortskundliche Forschungen haben sich schwunghaft entwickelt in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Nach 1945 hat die Forschung dieses Typs lange stagniert. Es waren die 1. Nationale Konferenz über Bibliographie (1961, Gödöllő) und die 1964 Verordnung (die es obligatorisch für die Bezirksbibliotheken vorgeschrieben hat, ortskundliche Materialien zu sammeln und erschliessen), die einen neuen Anstoss der Sache der Bibliographie gegeben haben. In den 70-er Jahren beschäftigten sich regelmässig Seminare mit lokaler Bibliographie. Wenn wir jetzt zurückblicken, sind kritische Bemerkungen begründet: es waren mehrere selbstzweckte Veröffentlichungen zusammengestellt, die Gattungen haben sich verschmelzt, es gab viele modische Themen und zur gleichen Zeit viele Lücken. Es fehlen retrospektive Arbeiten und eine präzise Bibliographie der Bibliographien, um die ungarische und auf Ungarn bezogene lokale Bibliographien zu verzeichnen. Die Verfasserin unterstützt den Plan der Errichtung eines bibliographischen Instituts, und bemerkt, dass die Bibliothek des Zentralen Statistischen Amtes dazu geeignet sei. (S. 535-549)

Die bibliographische Werkstatt der Ortsgeschichte von Budapest.

CSOMOR Tibor

Die Budapest-Sammlung, die 1913 begründet war, ist zu diesen Tagen auf dem Gebiet der lokalen Bibliographie zu einer Werkstatt von nationaler Bedeutung geworden. Einige von ihren wichtigsten Reihen: Bibliographische Arbeiten in der Budapest-Sammlung der Hauptstädtischen Öffentlichen Bibliothek, Bibliographie der Geschichte von Budapest (über die Stadtgeschichte bis 1950), Budapester Hefte (über aktuelle stadtpolitische Fragen), und der Bildkatalog Budapester Geschichte in Bildern (mit Angaben von Bildern veröffentlichten in gedruckten Quellen bis 1980). In derselben Werkstatt werden die jährlichen laufenden Bünde der Bibliographie der Geschichte von Budapest (leit 1980) zusammengestellt. Der Verfasser beschreibt den Inhalt und die Ordnung der Bibliographien, die auftauchenden Fragen zu Methoden, Inhalt, Sammelgebiet usw. die Erfahrungen einer Benutzeruntersuchung, die erwünschten Tendenzen der bibliographischen Tätigkeit in der Zukunft. (S.550-563)